Österreichisch-iranische Ärzte und  medizinisches Personal

     für  Menschenrechte im Iran – Austria

     Medical Professionals for Human Rights in Iran – Austria

     

     Möringgasse 12

     1150 Wien, Austria

 

     

 

PRESSEMITTEILUNG

  1. Mai 2017

 

Schleichender Tod eines Menschenrechtsaktivisten im Trakt 350 des

Evin-Gefängnisses in Teheran-Iran

 

Arash SADEGHI, ehemaliger Student der Universität Allameh Tabataba‘i und Menschenrechtsaktivist, wurde zum ersten Mal im Jahr 2009 wegen Protest gegen die fragwürdige Präsidentschaftswahl, bei der Mahmud AHMADINEJAD als Sieger hervorging, verhaftet und nach 90 Tagen Verhör, belegt mit einem Studium-Verbot, aus der Haft entlassen.

5 Tage später wurde er wegen Menschenrechtsaktivitäten neuerlich verhaftet, vor Gericht gestellt und zu 5 Jahren Haft verurteilt. Später wurde er gegen Kaution von 60 Millionen Toman von der Haft beurlaubt. Nachdem er sich nach Ende der Urlaubsbefristung nicht rechtzeitig zurückgemeldet hatte, wurde sein Wohnsitz von Sicherheitskräften gestürmt.

Bei dieser Aktion erlag seine Mutter einem Herzinfarkt. Nach Beerdigung seiner Mutter kehrte er wieder ins Evin-Gefängnis zurück. Zu einem späteren Zeitpunkt wurde er wiederum aus der Haft entlassen.

Im Jahr 2014 wurde Arash SADEGHI erneut festgenommen. Seine Frau, Golrokh Ebrahimi Iraee, wurde wegen eines unveröffentlichten Manuskripts über Steinigung von Frauen im Islam, welches bei der Hausdurchsuchung gefunden wurde, ebenfalls verhaftet.

 

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Er wurde von einem Gericht unter Vorsitz des gefürchteten Richters Abolghasem Salawati, ohne rechtlichen Beistand, zu insgesamt 19 Jahren Haft und seine Frau zu 6 Jahren Haft verurteilt.

Arash SADEGHI ist dann aus Protest gegen die Verhaftung seiner Frau in einen unbefristeten Hungerstreik getreten. Der Hungerstreik wurde nach 70 Tagen, und nachdem seine Frau gegen Kaution beurlaubt wurde, abgebrochen.

 

Als Folge des lang andauernden Hungerstreiks hat SADEGHI enorme organische Schäden, wie Schrumpfung des Magens, Verklebung des Dick- und Dünndarms sowie Reduktion der Nierenfunktion und Blutung aus dem Harntrakt, erlitten.

Diese lebensbedrohliche Gesundheitsschädigung benötigt unbedingt eine langzeitige stationäre Aufnahme in einer Spezialabteilung. Trotz mehrerer Warnungen durch die Ärzteschaft, wurde bis dato eine adäquate und sinnvolle Behandlung von Seiten der Behörden verweigert.  Herr Arash SADEGHI befindet sich in einem sehr schlechten gesundheitlichen, organischen und seelischen Zustand. Dieser Zustand bedeutet ohne eine effektvolle medizinische Versorgung den schleichenden Tod eines Menschenrechtsaktivisten im Trakt 350 des Evin-Gefängnisses.

Dies wäre nicht der erste Tod eines Gefangenen im berüchtigten Evin-Gefängnis.

 

‚Ärzte und medizinisches Personal für Menschenrechte im Iran – Austria‘ appelliert an alle demokratischen Kräfte, Institutionen, Bundesregierung und Bundespräsidenten, sich für die Freilassung dieses Menschenrechtsaktivisten, vor allem für seine medizinische Behandlung in einer Spezialabteilung, einzusetzen.

 

Med.-Rat Dr. Ali Sadat-Gouché             Prof. Dr. Siroos Mirzaei

            Vorsitzender                              Sprecher                                 

 

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Published in: on 2 مه 2017 at 2:29 ب.ظ.  نوشتن دیدگاه  

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